Da hat sich die Aufregung über die Vorratsdatenspeicherung in Deutschland gerade etwas gelegt, schon denkt sich die Bundesregierung eine neue Verordnung aus, die aberwitzige Züge annimmt. Denn seit gestern sind alle Webseitenbetreiber, Blogger, Fotografen, Autoren und andere “Internetschaffende” dazu verpflichtet alle erstellten Inhalte, die Online verfügbar gemacht werden der Deutschen Nationalbibliothek, im PDF-Format per FTP zur Verfügung zu stellen!!! Fangen wir mal mit der Frage an was alleine die Datenspeicherung dem Steuerzahler kosten soll?
Angesichts der Tatsache das sich viele Stadtbibliotheken aufgrund knapper Haushaltskassen nicht einmal neue Bücher beschaffen können, hört sich das an wie ein Schildbürgerstreich – es ist aber leider die bittere Wahrheit!
Da haben sich offenbar ein paar Bürokraten gedacht: “was im Internet publiziert wird, sollte auch für die Nachwelt konserviert werden”!? Soweit so gut, aber zu welchem Preis? Denn welches Ausmaß dieses Unterfangen haben wird, darüber hat sich vorher offenbar niemand Gedanken gemacht, denn die Nationalbibliothek würde in Terrabyte von Informationen regelrecht versinken. So scheint die Deutsche Nationalbibliothek auf Nachfrage von Mike Schnoor mit dem Vorhaben völlig überfordert zu sein, denn es ist praktisch nichts geklärt, was zur Durchführung des Gesetztes notwendig wäre. So würde ich zB. gerne mal ein Video, eine Musikdatei oder eine interaktive Web2.0-Anwendung in einer PDF-Datei sehen…
Aber auch den “Publizisten” würde dieses Gesetz teuer zu stehen kommen, so schätzt der Branchenverband Bitkom die Kosten für Deutsche Unternehmen auf über 115 Mio. Euro pro Jahr. Der Zeitaufwand den Seitenbetreiber in die Erstellung einer brauchbaren PDF-Datei investieren müssten, dürfte enorm sein, Ganz besonders wenn nicht nur Text sondern auch Grafiken und Bilder, oder “Multimediadateien” integriert werden müssen.
Zumindest der Aufwand und die Kosten für die Seitenbetreiber ließen sich vermeiden, wenn man die Webseite einfach nur spiegeln würde, wie es archive.org schon seit den 90er Jahren macht. Aber in Deutschland werden nun mal “Innovationen” per Gesetzt verordnet!
Ich wäre sehr dafür, wenn man die Haftung bei Fehlentscheidungen, die man derzeit so sehr für die Manager von Banken fordert auch auf Beamte und Politikern anwenden würde, denn auch die “verbrennen” unser Geld mit unsinnigen und schlecht durchdachten Entscheidungen.
Leider ist dieser Post sehr emotional und vielleicht auch etwas unsachlich geworden, aber es gibt Dinge die mich aufregen und meine Meinung muß ich hier eben rauslassen . Da reden die Politiker ständig vom Abbau der Bürokratie und dann kommt so etwas…